Was das SMART-Modell von Parker und Knight über gute Arbeit – und über Führung – verrät

Wenn in Organisationen etwas schiefläuft, suchen wir meistens bei Menschen: Wer hat versagt? Wer ist das Problem? Sharon K. Parker und Caroline Knight drehen diese Frage in ihrem Artikel „The SMART Model of Work Design“ (2024) konsequent um: Wenn etwas nicht funktioniert, frag nicht wer versagt – frag, was im System fehlt.

Scheitern in Organisationen hat selten eine menschliche Ursache. Es hat fast immer eine strukturelle.

Fünf Dimensionen guter Arbeit

Das SMART-Modell beschreibt fünf Bedingungen, unter denen Menschen nicht nur funktionieren, sondern sich entwickeln und engagieren:

  • Stimulating – Arbeit braucht Abwechslung und echte Denkanforderungen.
  • Mastery – Menschen brauchen Feedback und Klarheit über ihre Wirkung.
  • Autonomous – Entscheidungsräume müssen da sein, wo die Arbeit stattfindet.
  • Relational – die Verbindung zwischen dem eigenen Beitrag und dem Gesamtziel muss sichtbar sein.
  • Tolerable – dauernde Überbelastung zerstört, was die anderen vier Dimensionen aufbauen.

Das Modell beschreibt keine Persönlichkeiten. Es beschreibt Strukturen. Und Strukturen entstehen durch Führungsentscheidungen.

Die Verbindung zum Peloton Prinzip

Die fünf Dimensionen spiegeln vieles von dem wider, was diese Rundfahrt in verschiedenen Etappen beschrieben hat: Stimulating entspricht sinnvollen Rollen. Mastery entspricht Leitplanken und Feedback. Autonomy entspricht Reaktionsfähigkeit – Entscheidungen müssen dort fallen dürfen, wo die Situation verstanden wird. Relational entspricht dem Grund, warum Menschen im Peloton bleiben. Und Tolerable entspricht dem, was unter Pacing und Erschöpfungsschutz behandelt wurde.

Von der Führungskraft als Problemlöser zur Führungskraft als Systemgestalter – das ist der entscheidende Unterschied.

Führungshebel der Woche

Schau auf einen Bereich in deiner Verantwortung und stelle dir eine Frage pro Dimension: Ist die Arbeit abwechslungsreich genug? Bekommen Menschen echtes Feedback? Dürfen sie wirklich entscheiden? Sehen sie, für wen ihre Arbeit zählt? Und ist die Belastung noch gesund?

Wenn du bei einer dieser Fragen eine Unklarheit findest, hast du deinen Hebel. Nicht bei einer Person – im System.

Den Artikel findest Du hier:

Parker, S. K. & Knight, C. (2024). The SMART Model of Work Design. Human Resource Management, 63(2), 265–291.

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